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Ausbildung bei Kahle

Mechaniker + Elektroniker = Mechatroniker

Ausbildung bei Kahle - MechatronikerHinter dem seltsamen Wortgebilde im Titel steckt ein neues Berufsbild, wobei „neu“ relativ zu verstehen ist: Im Anlagenbau ist der Begriff „Mechatroniker“  bereits seit über drei Jahrzehnten verbreitet. Wenn aber im Autohaus KAHLE Auszubildende schrauben, montieren, prüfen und messen, dann tun sie das heute, 2012, erst seit rund neun Jahren unter der Berufsbezeichnung Kfz-Mechatroniker, denn im Jahre 2003 hatte der „Kfz-Mechaniker“ als Beruf ausgedient. So nahm erst im Frühjahr 2007 der erste Jahrgang Mechatroniker die Gesellenbriefe in Empfang.

Karsten Engelking, Werkstattleiter im Autohaus KAHLE, erläutert einige der Inhalte der Ausbildung: „Wie der Name schon sagt, kommen die Lehrinhalte etwa zu gleichen Teilen aus der Fahrzeugmechanik und -elektronik. Wichtig ist beispielsweise das Verständnis vom Zusammenspiel der einzelnen Bauteile. Unsere Leute lernen unter anderem technische Fähigkeiten wie Fehlerdiagnose, Prüfung und Einstellung der Fahrzeuge sowie die Montage von Baugruppen.“

 

Noch nicht als Frauenberuf entdeckt

Derzeit besteht ¬– über alle Lehrjahre verteilt - die Lehrlingsriege aus siebzehn Azubis. Es fällt auf, dass sich drei Frauen unter den angehenden Kfz-Spezialisten befinden. Klein schlechter Schnitt, bedenkt man, dass sich im gerade verabschiedeten hannoverschen Mechatroniker-Jahrgang 2012 nur fünf weibliche Absolventen befanden. Insgesamt ist das Interesse also bescheiden. Der Werkstatt-Chef erklärt die Zurückhaltung des weiblichen Geschlechts bei diesem Beruf so: „Trotz aller Elektronik, die in den letzten Jahren in die Autos Einzug gehalten hat, müssen unsere Werkstatt-Mitarbeiter immer noch Motoren und Getriebe ausbauen oder Kotflügel ausbeulen können. Das ist körperlich schwere Arbeit, die sich nicht unbedingt jede Frau zutraut. Außerdem ist die Ausbildung noch viel zu unbekannt.“

 

Zwei Wege führen zum Ziel

Vielleicht erleichtert eine Eigenart der Ausbildung den Frauen, diesen hochinteressanten Beruf zu ergreifen: Nach dem ersten Jahr teilt sich der Ausbildungsgang in den „normalen“ Kfz-Mechatroniker und den Kommunikations-Mechatroniker. Dieser Name stammt wahrscheinlich daher, dass diese Fachleute überall da kompetent sind, wo das Fahrzeug mit seinen Bauteilen „kommuniziert“. Typische Tätigkeiten sind beispielsweise die Einstellung oder Reparatur der Einspritzpumpe, des EPS oder ABS. In den Berufsschulen Hannovers standen 2012 (Januar) 185 Kfz-Mechatronikern 24 Kommunikations-Mechatroniker gegenüber.

 

Und danach?

Sicherlich ebenso spannend wie die Frage nach Lehrinhalten und Berufsbild ist die Frage, wie es nach der Ausbildung weitergeht. „Unsere Gesellen haben die Qual der Wahl: Haben sie sich in der Ausbildung bewährt, gute Noten erreicht – und das gilt für die weitaus meisten – kommt ein Studium der Fahrzeugtechnik in Frage. Unsere beiden besten Auszubildenden haben einen Notendurchschnitt von 1,0. Nach der Ausbildung, das steht für die Beiden schon fest, werden sie das Studium in Wolfsburg aufnehmen. Den Besuch der Meisterschule fördern wir gemeinsam mit der Handwerkskammer. Wer seinen Servicetechniker macht, kann danach noch seinen Meister anschließen und bei uns nach einer Zusatzausbildung als qualifizierter Serviceberater anfangen. Zu dessen Wissengebieten zählen neben Fahrzeugtechnik z. B. die Kommunikation mit den Kunden, rechtliche Grundlagen und EDV,“ führt Karsten Engelking aus. Dem Gedanken an Selbstständigkeit steht der Kfz-Meister eher skeptisch gegenüber, da ein solcher Schritt – bei zweifelhaften Gewinnmöglichkeiten – eine Menge an Eigenkapital erfordert.

 

Fazit

Mit dem Mechatroniker existiert seit wenigen Jahren ein neuer, spannender Beruf mit besten Aussichten, für den man nur hoffen kann, dass auch immer mehr Frauen und Mädchen ihn für sich entdecken.

 

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