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KAHLE unterstützt Einrichtung in sozialem Brennpunkt

Fünfundsiebzig Jahre KAHLE: Unser Jubiläum feiern wir mit einer besonderen Aktion. Jeden Monat ab Juli 2012 erhält jeweils eine gemeinnützige Einrichtung in der Landeshauptstadt 750 Euro zur Unterstützung ihrer Arbeit. Die Initiative läuft zehn Monate lang. Über 30 Institutionen haben sich bisher beworben. Nun haben wir das erste Projekt mit einem Preis bedacht: Das Sozialwerk Vinnhorst e.V. / der Vinnhorster Kindertisch. Angelika Jagemann, 2. Vorsitzende des Sozialwerks konnte das Geld aus den Händen von Anja Kahle entgegennehmen.

 


Der Kindertisch betreut seit Mai 2011 ca. 20 – 25 Kinder vom ersten bis zum vierten Schuljahr, die im sozialen Brennpunkt rund um die Schulenburger Landstraße  leben. Die Schüler stammen meist aus bildungsfernen Familien, häufig ohne familiären Halt, aus Familien, die von Harz IV leben oder Asylbewerbern. Die Kinder erhalten in vielen Fällen nur unregelmäßige Mahlzeiten, die Unterstützung durch das Elternhaus beim Lernen und bei Hausaufgaben fehlt nahezu ganz. Einige der ausländischen Schüler werden nicht benotet, da es an Deutschfähigkeiten mangelt, andere können im dritten Schuljahr noch nicht fließend lesen und somit das Gelesene  auch nicht verstehen. Beim Kindertisch erhalten die Kleinen an vier Tagen die Woche bis 16:00 Uhr Hausaufgabenhilfe, können auf dem kleinen Grundstück des Hauses spielen und bekommen ein warmes Essen. Zehn Frauen kümmern sich ehrenamtlich um die Essensausgabe und die Hausaufgabenhilfe. Ausflüge in Museen, Kindertheater und Landschulheime stehen auch auf dem Programm. Das Wichtigste: Die Kinder erhalten die Zuwendung, die sie in ihrem Elternhaus oft vermissen.

 

Unterstützung durch städtische Behörden? Fehlanzeige!

Obwohl der Vinnhorster Kindertisch die einzige Institution ihrer Art im näheren Umkreis und die Hilfe dringend erforderlich ist, hat die Stadt Hannover bisher auf keine Hilfsanfragen reagiert. Für das Jugend- und Sozialdezernat scheint eine Unterstützung der Einrichtung kein Thema zu sein. Auch Lehrer der Schule im Umkreis sind unkooperativ, wenn es beispielsweise um die Bewilligung des Hartz-VI-Bildungspakets geht. Lediglich die ZAG-Stiftung „Pro Chance“, die die soziale, sportliche und kreative Kompetenz von Kindern und Jugendlichen fördert, übernimmt die Miete für das Haus an der Schulenburger Landstraße und ein Großteil der Versorgungskosten erst einmal bis Ende des Jahres. Die Initiative ist also dringend auf Hilfe angewiesen. „Das Geld, dass wir über das Autohaus KAHLE erhalten haben, werden wir für eine professionelle Hausaufgabenhilfe verwenden,“ führt Angelika Jagemann aus, „ohne Bildung haben unsere Kinder gar keine Chance.“